Sitzen an der Haltestelle - Bildquelle: Pexels/Pixabay - Public Domain (CC0 1.0)

Buch: Sitzen ist das neue Rauchen (Kelly Starrett)

Eines Tages bekam ich ein Buch in die Hand gedrückt, dessen Titel mich erstaunte. Der Titel des Buches lautet ‚Sitzen ist das neue Rauchen‘ von Kelly Starrett und ich musste mir die Inhaltsangabe anschauen, weil ich den Titel nicht verstand. Was hat Sitzen mit Rauchen zu tun? Als ich mir die Inhaltsangabe des Buches durchlas, fing ich an zu verstehen, um was es bei dem Thema geht und mein Interesse war geweckt. In diesem Buch wird klargemacht, wie ungesund, ja geradezu gefährlich langes Sitzen ist. Dabei sitzen wir doch bei jeder Gelegenheit, in der Arbeit, zu Hause, unterwegs, Wir sitzen bis wir steif werden.

In diesem Buch wird darauf aufmerksam gemacht, welches Risiko das lange Sitzen birgt und es wird ein Trainingsprogramm vorgestellt, wie man wieder zu seiner natürlichen Mobilität zurückkommt und wie Haltungsschäden, die durch den eigenen Lebensstil bedingt sind, vermieden werden können.

Das viele Sitzen ist ungesund

Das andauernde Sitzen im Büro führt zu körperlichen Problemen. Man fühlt sich steif. Ein verstellbarer Tisch wäre schon hilfreich und auch ein wenig hin und her laufen oder ein kurzes Treppensteigen. Aber nicht nur im Büro ist man einem langen Sitzen ausgesetzt. Auch die Außendienstmitarbeiter oder LKW-Fahrer, die viel mit dem Auto unterwegs sind und lange Strecken hinter sich bringen. sitzen viele Stunden am Tag. Nicht umsonst wird den Autofahrern empfohlen, anzuhalten, sich zu strecken und die Beine zu bewegen. Aber auch das Herumhocken vor dem Fernseher oder dem Computer ist ebenso ein Problem. Das lange Sitzen also führt zur sog. Sitzkrankheit, auf Englisch ‚Sitting Disease‘. Die Beschwerden des zu vielen Sitzen können verschieden sein, wie

  • verspannter Nacken
  • steifes Gefühl am Körper
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • mehr Kalk in den Herzkranzgefäßen
  • verschiedene Tumorleiden
  • sogar Typ 2-Diabetes
  • Krebsleiden
  • Übergewicht
  • Inaktivität
  • das Sterberisiko wird erhöht.

Falsche Ursachen vermuten

Es gibt Leute, die laufen von Pontius zu Pilatus, um herauszufinden, was ihnen fehlt. Dass es das lange Sitzen ist, , was problematisch ist, vermuten doch viele Menschen gar nicht. Dabei ist die Lösung einfach. Denn das Therapeutikum heißt Bewegung. Zu wenig Bewegung führt zu körperlichen Problemen. Diese Tatsache ist noch nicht bei Allen angekommen. Aber selbst täglicher Sport, wie Joggen oder Radfahren, kann die Folgen des langen Sitzens nicht ausgleichen. Denn Sport ist ein Trainingsreiz für den Körper, aber die Bewegungen halten den Stoffwechsel hoch.

Dabei spielt das Körpergewicht keine Rolle. Also egal, ob man dünn oder übergewichtig ist, das lange Sitzen ist ein eigener Risikofaktor. Bewegungslosigkeit ist für den menschlichen Körper einfach ungesund. Das Sitzen

  • wirkt sich auf den Stoffwechselprozess aus,
  • die Zellen werden nicht genügend mit Sauerstoff und den wichtigen Vitalstoffen versorgt,
  • die Funktionsfähigkeit der Organe leidet,
  • die Elastizität des Gewebes lässt nach,
  • Muskeln bauen sich ab,
  • es wird weniger Energie verbraucht
  • nur 1 Kalorie pro Sekunde wird verbraucht, so wie im Schlaf.

Abhilfe schaffen

Im Alltag erlebe ich immer wieder, wie sich Menschen nach kurzen Strecken gleich wieder hinsetzen möchten. In den Museen werden Hocker angeboten, damit die Besuchen sich setzen können, in den U-Bahnen wird sofort ein Sitzplatz ergattert. Sitzen ist so bequem. Dagegen wäre es nicht verkehrt zu stehen und seine Position von einem Bein auf das andere zu verlagern. Ich versuche viel zu stehen, ob im Bus oder in der Bahn. Ich muss schon total k.o. sein, bevor ich mich setze oder es sei denn, ich fahre eine lange Strecke.

Festgestellt sei aber, dass auch das viele Stehen nicht so gesund ist. Eine Verkäuferin oder die Security-Leute, die viel stehen müssen, spüren am Abend ihre Beine. Ratsam ist also eine Abwechslung der Körperhaltung.

Schon ein täglicher Spaziergang ist eine gute Abhilfe gegen das Sitzen. Beim Treppensteigen wäre es sogar ratsam, gleich zwei Stufen auf einmal zu nehmen, weil der Stoffwechselprozess dadurch angeregt wird. Wenn ich zwei auf einmal Stufen hoch sprinte, dann bin ich sofort wacher. Bei diesen Tätigkeiten werden nicht nur Muskeln beansprucht, sondern auch der Kreislauf in Schwung gebracht. In dem o. g. Buch werden Alternativen vorgestellt, wie man sich selbst helfen kann, um Beschwerden des zu langen Sitzens zu meiden:

  • So ist es wichtig, beim Sitzen eine gute Körperposition einzunehmen und die Position immer wieder zu verändern, um Rücken-, Nacken- und überhaupt Schulterschmerzen zu vermeiden.
  • Es ist gut, wenn man lernt, natürlich in die Hocke zu gehen und den Rumpf beugt, um Lasten zu heben.
  • Es werden Mobilisierungsübungen vorgestellt, um die Beweglichkeit zu erhalten und gar zu erhöhen.
  • Übungen werden aufgezeigt, um die Wirbelsäule zu stärken und den Rumpf zu stabilisieren.

Sitzen ist das neue Rauchen

Das zu viele Sitzen wird heute mit dem Rauchen verglichen. Also gilt das Sitzen als das neue Rauchen. Zu lange ist es unerkannt geblieben, wie regelrecht gefährlich das lange Sitzen ist. Es lässt sich sagen, dass jede ruhende Position, ob Sitzen oder Stehen, für die Gesundheit nicht zuträglich ist. Körperliche Inaktivität ist einfach ungesund. Der Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor. Wir müssen uns bewegen. Eigentlich ist jede ruhende Position nicht gesund, ob sitzen oder stehen. Empfehlenswert ist also die Bewegung.

Fazit

Eine gesunde Lebensweise, mit genügend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährungsweise, und auch ein normales Körpergewicht gelten als Garant für ein gesundes und langes Leben.

Meines Erachtens ist der Beruf des Gärtners sehr gesund. Abgesehen davon, dass der Gärtner den ganzen Tag an der frischen Luft arbeitet, muss er beim Arbeiten ständig seine Position ändern. So muss er mal gehen, mal stehen, mal sitzen und das bei jedem Wetter. Außerdem arbeitet der Gärtner in der Natur, was für Menschen, die die Natur lieben, geradezu eine Wonne ist.

 

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